Mittwoch, 4. Mai 2016

Freundschaft

Manchmal ist meine Welt bunt und froh. Und manchmal empfinde ich sie als grau mit bunten Schlieren. Weit weg vom froh sein. Ich glaube das ist auch völlig normal.
Seit einiger Zeit ist das Thema Freundschaft/Freundinnen haben/Freundin sein bei mir obenauf.
Vielleicht einfach, weil sich einiges verändert hat.
Vor ein paar Jahren beendete eine Freundin die Freundschaft ganz schleichend. Eine Freundin, mit der ich durch Dick und Dünn ging. Die mit mir durch Dick und Dünn ging. Ich litt anfangs sehr darunter, aber wenn jemand einen nicht mehr richtig mag, kann man nicht wirklich etwas daran ändern. Zudem taten 700 km Entfernung und die neuen Lebensumstände (ich verheiratet, 2 Kinder, Sie Single nach einer Scheidung) das Übrige.
Nachdem ich das "unter die Füße" bekommen hatte, war es ok. für mich. Ich gab alles in Gottes Hände, segnete die Freundin still und schloss damit offiziell ab. Wenn ich aber darüber schreibe ist da nach wie vor eine kleine Spitze in meinem Herzen und ich vermisse sie immer noch, aber es ist wie es ist.
Dann kam ein neuer Bruch. Eine Freundin machte klar, dass sie mit meinem Mann nicht zurecht kommt und glaubte ich wäre nicht wirklich glücklich, benahm sich bei ihrem letzten Besuch teilweise sehr frech meinem Mann gegenüber, so dass ich die Freundschaft beenden musste. Auch das geschah mit Herzschmerzen und ich konnte einfach nicht verstehen warum sie mir nicht glauben konnte, dass ich genau so glücklich bin. Vielleicht lebe ich nicht den Lebensentwurf, den sie leben wollen würde, aber ich bin soo dankbar um meinen Mann. Er ist treu, wir können zusammen beten!, er unterstützt mich soweit er kann ( bei einer Selbstständigkeit ist das oft nicht so viel, aber er versucht es nach seinen Möglichkeiten), er sagt mir jeden Tag, dass er mich liebt (wer hört das nicht gerne!? ;-), er ist bei mir, wenn ich lache, wenn ich weine und liebt mich mit all' meinen Macken. Er liebt das Gesamtpaket, das nicht immer das Tollste und Beste ist, aber er macht mir immer wieder klar, dass ich ein wertvoller Mensch  bin - und von Gott geliebt!
Nachdem ich diese Freundschaftsbrüche einigermaßen auf die Reihe bekommen hatte, kamen hier -nach fast 10 Jahren- neue Freundschaften hinzu. Aber keine Freundschaft, wo ich eine Seelenverwandte darin gefunden hätte. Schon Freundschaften im Sinne von sich vertrauen und Kontakt, aber mir fehlt eine Seelenverwandte. Eine Freundin, die ähnlich tickt, die mich genau so nehmen kann wie ich bin, mit allem Guten und mit allen Macken. Eine Freundin, vor der ich sagen darf was ich denke, auch wenn es mal unbequem ist, eine Freundin, die Lust hat Zeit  in eine Freundschaft zu investieren, eine Freundin, die auch daran glaubt, dass Gott auch heute noch uns führt und für uns ist! Eine Freundin, für die ich eben genau das auch sein darf. Für die ich geben darf, die bei mir sein darf wie sie ist und für die ich einfach gut bin! Denn eine Freundschaft besteht nun mal aus geben und nehmen und das sollte eine Balance haben.

Und weil mir klar geworden ist, dass ich genau so eine Freundin brauche, bete ich nun um eine Freundin.
Dass ich einmal an diesen Punkt kommen würde, hätte ich nicht gedacht. Ich habe Freunde, bin auch (meistens-jedenfalls wenn ich meine eher extrovertierte Phase habe) recht aufgeschlossen und habe eine Frohnatur, aber meine introvertierten Anteile sind auch vorhanden und kommen mal mehr oder weniger zum Tragen.
(Aufgrund eines Persönlichkeitstest im Rahmen meiner Ausbildung zur therapeutischen Seelsorgerin erfuhr ich wie ich ticke und ich kann diesen Testergebnissen nur recht geben. ;-)

Ich bin gespannt was passieren wird.
Dass etwas passieren wird, ist für mich klar, denn genau so glaube ich.
Ich bete und es passiert etwas, aber ob das genau dem entspricht was ich möchte ist nicht klar.
Das letzte Wort hat eben doch Gott.




Ganz links sind schon meine Muttertagsblumen inkl. selbst gestalteter Vase der Schneggi, in der Mitte gepflückte Blumen der Schneggi und rechts gefundene Blüten auf dem Schulweg des Osterjungen, die er gleich mitbrachte. Süß, gell!?


Und bevor ich diesen persönlichen Bericht wieder einmal lösche, weil er so wenig froh und bunt ist, schicke ich ihn ab. :-)



Kommentare:

  1. Liebe Maike,
    die Blümchen sind doch allerliebst. Bei solchen Geschenken geht einem das Herz auf.
    Zu deinen Gedanken über Freundschaft möchte ich nicht öfgentlich antworten und schicke dir demnächst eine Mail.
    Es ist ziemlich mutig, dass du das aufgeschrieben hast und soll nicht unbeantwortet bleiben!
    Dir einen schönen, sonnigen Himmelfahrtstag!
    Claudiagruß

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    1. Hallo Claudia,

      danke für deine Worte!
      Ja, ich glaube mutig war das, da bin ich echt über mich hinausgewachsen, aber ich glaube tatsächlich auch, dass es noch viel mehr Menschen gibt, die Freundschaftsbrüche erfahren haben und es wird mit dem Alter nicht leichter noch mal jemanden "Seelenverwandtes" zu finden...und es tut vielleicht auch gut zu lesen, dass es anderen auch so geht. ;-)
      Die Blumen erfreuen mich auch sehr!
      Dir auch einen schönen Feiertag und viel Sonne-und Sonne im Herzen!
      Liebe Grüße, Maike

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  2. ....oh wie ich das kenne und mitempfinden kann wie du dich fühlen magst......
    ich bete für dich mit, denn auch das tue ich.....
    ich drücke dich mal
    lg
    annette

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    1. Hallo Annette,

      das ist lieb von dir! :-)
      Liebe Grüße, Maike

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  3. Liebe Maika,
    Was für ein schöner und persönlicher Text.
    Ich hab mal eine ähnliche Erfahrung gemacht und daher tut es gut darüber mal zu lesen. Ich finde es schön, dass du nun für eine Freundin betest und dieses Anliegen Gott übergibst.
    Alles Liebe lena

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  4. Oh ist mein Kommentar jetzt verschwunden?

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    1. Liebe Lena,

      lieben Dank für deinen Kommentar. Es ist interessant wieviele Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder auch grad machen.

      Liebe Grüße, Maike

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  5. Liebe Maike,
    den ganzen Tag schon denke ich über dein Posting nach....mir geht es genauso wie dir nur dass ich noch nie so eine beste Freundin hatte...wie oft habe ich schon als Teenager dafür gebetet und geweint eine zu bekommen. Dann habe ich in der Lydia mal einen tollen Artikel von heike Malisic gelesen den ich dir demnächst schicken werde. Außerdem mal einen tollen Vortrag von Beate M. Weingardt, die dazu auch ein Buch geschrieben hat das ich dir gerne ausleihen kann.
    Eins sein nur noch dazu gesagt dass es sehr schwer ist so jemanden wirklich zu finden.....alles andere auch per mail.....Ich finde es sehr mutig das du es hier postest denn ich bin immer so feige..... Liebe Umarmung, Magda

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    1. Liebe Magda,

      du bist bestimmt nicht feige. Ich hab auch lange überlegt, ob ich derart persönliches hier schreiben soll, aber wenn man dann mal über sich hinausgewachsen ist, ist es gar nicht mehr schlimm. :-)
      Ich freue mich über den Artikel und der Buchtitel würde mich mal interessieren. Dann könnte ich mich informieren und dich ggf. um das Buch anschreiben.
      Es tut gut das ganze Thema nicht nur still für sich an Gott abzugeben, sondern es auch mal ganz klar "öffentlich" so zu formulieren. ;-)

      Danke für deine Anteilnahme und sei lieb gegrüßt,
      Maike

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  6. Liebe Maike,
    ich glaube, es gibt fast niemanden, der nicht schon mal diese bittere Pille schlucken musste, leider. Auch ich habe meine älteste Freundin verloren. Seit dem Gymnasium waren wir die besten Freundinnen, als wir erwachsen waren, haben sich unsere Mänenr auch blendend verstanden. Wir haben viele, viele Wochenenden gemeinsam verbrahct und tolle Urlaube gemacht. Wir haben uns einfach furchtbar gern gehabt und waren auf der selben Wellenlänge.
    Was dann passiert ist? Ich wurde schwanger... DAS war der Bruch. Aus, vorbei, wir haben nicht mehr in ihr globetrotter-Leben gepasst.
    Und wie du sagst, es hat lange Zeit sehr weh getan und auch heute noch ist es mir nicht egal und ich trauere unserer gemeinsamen Zeit nach, weil eine solche Freundschaft durch keine andere ersetzt werden kann.
    Und seither fehtl auch mir eine beste Freundin. Auch habe schon einige, die ich wirklich gern mag, aber man sieht sich halt viel zu selten
    Alles Liebe und Kopf hoch, Babsy

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    1. Das klingt aber auch nicht schön. Schade, dass es an so etwas scheitert. Vielleicht ergeben sich neue Freundschaften, wenn die Kinder größer sind!? ;-)
      Lieben Dank für deinen Bericht.
      Grüßlies, Maike

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